Exhibitions
Jürgen Hurst – Zwischenräume
2015-2016/2016
Zwischenräume ist eine Arbeit, die episodenartig Momente des Alltags festhält. Eines Alltags, der in großen Teilen reflexartig bewältigt wird. Das beinhaltet die physische Bewegung an gewohnten Orten, es beinhaltet aber auch die kognitive und emotionale Bewegung in unseren Arbeits-, Wohnungs-, Familien, Freizeitthemen. Was aber passiert zwischen diesen Bereichen? Wie wechseln wir von einem Raum in den anderen? Wie rekontextualisieren wir unser mentalen Zustand um uns auf neue Situationen, neue mentale Räume einzustellen? Es sind genau diese Übergänge, die uns ein bewusstes, ein aktives Wahrnehmen abfordern. Sobald wir solche äußeren Erscheinungen registrieren, erscheinen sie uns in einer manchmal faszinierenden, manchmal irritierenden Mischung aus Gewohntem und Unbekannten. In dieser Ambivalenz können sie unterschiedliche Bedeutung erlangen. Je nach Assoziation, die sie mit unseren Erinnerungen, Erwartungen oder Emotionen bilden, entfalten sie ihre individuelle Wirkung.…
Birgit Nitsch – Werkgruppe Tagebuch
Wunderland
Sudeck
Grauschleier
Birgit Nitschs Werkgruppe ist Teil einer persönlichen und experimentellen Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie. Eine besondere Wichtigkeit haben für Nitsch Orte mit den ihnen eigenen Atmosphären. Vermittelt durch die eigene Biografie, interpretiert sie diese.Die Bilder sind über einen Zeitraum von 10 Jahren als aufeinanderfolgende Projekte entstanden. Zwischen den Serien gibt es fließende Übergänge. Ein bis zwei Bilder eines abgeschlossenen Projekts, werden von Nitsch mit in das nächste hineingenommen, um einen zeitliche Abfolge von Lebensprozessen zu markieren.Die im Rahmen des „Europäischen Monats der Fotografie Off, 2016“ gezeigten Bücher und die dazugehörige Wandhängung, bilden durch die Präsentation eine Einheit, welche den Arbeitsprozess der Künstlerin als ganzheitlich und repräsentativ für einen bestimmten Zeitraum ihres Lebens darstellt. Die Entscheidung für die gemeinsame Präsentation, folgt aus Birgit Nitschs autobiografischen Bezug zu diesen Werkgruppen.…
Axel Gehrke – Berlin 6 x 6
Einige der 111 Orte in Berlin, die man kennen sollte – abseits der ausgetretenen Pfade; besondere Orte, aus der Zeit gefallen, die man beim Flanieren durch die Stadt überall entdecken kann. Manche sind schon vergangen, die Stadt hat sie sich anverwandelt oder sie sind Opfer von Bauboom und Gentrifizierung geworden. Ein alter Baum im Innenhof, seit den Fünfzigerjahren gewachsen, der dem neuen Berlin weichen muss; ein ausrangiertes Sofa auf dem ehemaligen Todesstreifen, das die gefallenen Seelen von heute und einst zum Verweilen einlädt; oder der Trödler in Moabit, bei dem vor Kurzem noch die wilden Katzen streunten. Und schließlich diese besonderen Momente, wie jener strahlend blaue Wintertag mit Neuschnee im Volkspark, an dem vermutlich auch Breughel seine Freude gehabt hätte. Die Stadt ist ständig im Wandel, sie reißt uns mit, panta rhei, alles fließt – dies ist mein Anker, 6 x 6 cm.…
Birgit Nitsch – Graustufen
2014
Auf meinen Streifzügen durch den Wald nahm ich Idylle, Bedrohlich- und Unheimlichkeit wahr. Der Wald als Auslöser vielfältiger Gedanken und Gefühlsregungen, in dem wir z.B. die Frage nach Existenz und Selbstfindung stellen, Verletztlichkeit, Angst, Einsamkeit, Leere und Hoffnung empfinden , interessierte mich besonders.
Der Wald als Sinnbild für Beständigkeit wird oft als Gegenentwurf zur Alltagswelt wahrgenommen. Negativiert er nicht geradezu die Moderne Gesellschaft? In ihm werden Abstand und das Gefühl der Freiheit gefunden, eine ermüdete Gefühls- und Sinnwelt reaktiviert. Die „Schattierungen“ der Waldwelten ließen sich für mich am wirkungsvollsten in einer SW Kleinbild fotografischen Arbeit ausdrücken. Sie entstand in der Zeit von 2011 – 2014.
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Slideshow und Ton-Installation…
Konstanze Müller-Kitti – SoDA
2014
In Vorbereitung auf einen sinnvollen und aktiven Lebensabend bin ich auf die Fotografie gestoßen. Die neue Generation der dazu benötigten Apparate schienen mir das leicht und beherrschbar zu machen.
Darin habe ich mich geirrt.
Verändert hat sich allerdings meine Art des Sehens, ich gehe aufmerksamer denn je durch mein Leben. Und entdeckte dabei auch sie. Diese Dinge und Objekte, die einst so erwünscht, geliebt, so wichtig und unverzichtbar waren.
Jetzt sind sie einfach nur noch SoDA.
Unerwünscht, nutzlos, stehen und liegen gelassen. Weggeschmissen. Meist ohne Erbarmen, ohne das mitleidige Schild: „Zum Mitnehmen!“.
Mit ihnen habe ich mich beschäftigt. Setzte sie auf meine Art neu in Szene. Ich begreife!
Nicht mehr der Norm und den Anforderungen entsprechend, von Zeit und Nutzung gekennzeichnet, können diese Dinge immer noch Partner sein, neue Impulse geben und Freude bereiten.…
Rainer Menke – HITLER & BAMBI
2014
Siebdrucke nach Fotos von Heinrich Hoffmann: Hitler bei der Fütterung von Rehen, auf dem Obersalzberg; Fotopostkarte um 1936 und Altona-Bahrenfeld: „Werden, Kampf und Sieg der NSDAP“ / Bilder-Gruppe 32, Werk 8 / hier: Bild Nr. 208: „Der Führer ist Tierfreund“ / Porträt Adolf Hitlers (1889-1945) auf Terrasse einem Rehkitz zugewandt stehend und dieses fütternd. Fotograf des dritten Fotos mir nicht bekannt (netpic)
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3 Siebdrucke auf Passepartoukarton, 70x50cm, Berlin 2014…
Rainer Menke – NOT ME!
NOT ME! – ICH BIN´S NICHT!
ich gucke mir ein foto an. bleibe draußen, gucke rein. ich kopiere „mich“ in das foto rein. jetzt bin „ich“ drin und gucke „raus“. alles fiktion. ich komme nicht rein. ich bleibe draußen. ich bleibe außen vor. ich gucke und kann nichts ändern. ich kann nicht eingreifen. das foto, das bild bleibt undurchdringlich oberfläche. das, was geschehen ist, was im bild abgebildet ist, bleibt unwiederbringlich geschehen: der henker hat die hinrichtung nicht abgebrochen, die zuschauer haben nicht revoltiert, dem arzt, der den stahlnagel oberhalb des augapfels durch den schädel ins hirn schlägt, wird der kleine hammer nicht aus der hand geschlagen. die krankenschwestern halten weiterhin die hand des patienten fest und werfen sich nicht über ihn, um ihn zu schützen.…